Entspann dich! Ohne Anstrengung zu einem lauteren Ton auf der Querflöte

Man kann mühelos einen schönen, runden und freien Querflötenklang erreichen, der auch noch gut trägt und ein ordentliches Volumen mit sich bringt – genug „Wumms“ hat, um sich auch in einem Blasorchester durchsetzen zu können. Wie das? wirst du dich jetzt sicher fragen. Für mehr Lautstärke muss ich auch mehr Luft in das Instrument geben. Mehr pusten bedeutet auch mehr Anstrengung.

Da gebe ich dir Recht! Alles was wir mehr an körperlicher Arbeit einsetzen, wenn wir Querflöte spielen, führt auch zu einer größeren Anstrengung.

Die Sache mit dem Resonanzraum

Der Trick bei der Sache liegt im Resonanzraum. Denk mal an ein Saiteninstrument, sagen wir an eine Gitarre. Die Saiten werden gezupft und wir hören den Ton. Jetzt stell dir vor, wir bauen den Korpus der Gitarre ab (sorry liebe Gitarre) und haben die Saiten nur noch über dem Griffbrett gespannt. Wir hören immer noch einen Ton, aber diesmal ist es nur ein leises und nicht durch dringendes kleines pling. Warum ist das so? Der Hohlraum des Korpus dient als Resonanzraum und stellt einen eingebauten Klangverstärker dar.

Die Querflöte hat natürlich keinen eingebauten Verstärker, aber wir können unseren Körper als Resonanzraum nutzen und so einen lauteren und volleren Klang erreichen. Ein weiterer Vorteil wird eine verbesserte und ausgewogenere Intonation sein. Dazu aber in einem anderen Blogpost mal mehr.

Querflöte auf Noten, Übungen für einen lauteren Ton auf der Querflöte

Den eigenen Körper zum Resonanzraum machen

Ein Fokus meines Unterrichts liegt vor allem darauf ein besseres Körpergefühl zu entwickeln. Ich nutze dazu einfache Techniken aus Yoga, Alexandertechnik oder auch Bodymapping. Dadurch lässt sich u.a. eine freiere Atmung, bessere Haltung oder flüssigere Technik erreichen.

Ein weiterer Vorteil der körperlichen Entspannung liegt hierbei darin, dass man durch einen entspannten Körper beim Spielen auch einen schöneren Klang erzielt – und das quasi mühelos. Wie geht das? Jeder Muskel, den wir verspannen führt dazu, dass ein Teil unseres Körpers nicht mehr mitschwingen kann beim Querflöte spielen oder der unnötig angespannte Bereich führt dazu, dass wir einen Resonanzraum verkleinern. Wenn wir alle unnötigen arbeitenden Muskeln und die über eine lange Zeit falsch eingewöhnten Verspannungen aber lösen können, vergrößern wir auch wieder den Resonanzraum und eröffnen uns die Möglichkeit eines eigenen „Klangverstärkers“ 🙂

Beispiel: Mund- und Rachenraum

Ein einfaches Beispiel hierzu ist der Mund- und Rachenraum. Hier sind die Erfolge auf den Klang durch die Entspannung am schnellsten spürbar und hörbar.

Spiele einen Ton und höre auf deinen Klang. Höre ganz genau hin, ganz genau und analysiere, was da gerade für ein Ton aus dir und deiner Querflöte entsteht.

Nun lockere den Kiefermuskel, indem du mit einem leicht geöffneten Mund eine liegende 8 beschreibst. Fühle wie sich die Kiefermuskeln lösen.

Um die Zunge zu lockern, öffne den Mund weit und strecke die Zunge so weit es geht raus.

Gähne einmal ausgiebig und spüre nach wie sich der Hals und Kehlkopf lockert und weitet.

Nun setze die Querflöte wieder an und spiele erneut einen Ton. Konzentriere dich darauf den Hals so gut wie möglich offen zu halten, also das Gähngefühl von vorhin noch zu haben. Spiele weiter und lasse beim spielen den Kiefer ein kleines Stück fallen. Konzentriere dich dazu auf die Stelle, die du eben mit der liegenden 8 gelockert hast. Spiele immer noch weiter und lenke deine Aufmerksamkeit als nächstes auf die Zunge. Versuche diese so tief wie möglich zu halten, so als würdest du den Vokal a sprechen. (Mehr Informationen zu Phonetik und Zungenpositionen findest du z.B. auf dieser Seite hier.)

Höre wieder ganz genau hin. Merkst du wie sich der Klang verändert hat und zwar dadurch, dass du Zunge, Kiefer und Kehlkopf lockerer gehalten hast? Der Ton ist voller, runder und auch lauter, OHNE dass du mehr Luft hineinpusten oder mehr Anstrengung aufwenden musst.

Entspannung bis in die Zehenspitzen

Stelle dir nun vor, welche Veränderungen du an deinem Klang und deiner Lautstärke erzielen kannst, wenn du auch Nacken, Schultern und den unteren Rücken entspannen würdest. Man kann sogar noch weiter gehen und die Beine und gar die Zehenspitzen mit in diese Entspannungsübungen einzubauen.

Natürlich muss man sich dann körperlich komplett neu einstellen auf das Querflötenspiel. „Locker lassen“ klingt zunächst mal ganz einfach, aber das Problem ist, wie so oft im Leben, die alten Gewohnheiten aufzubrechen und sich neue Gewohnheiten anzutrainieren.

Das ist ein Weg, den du am besten mit einem Querflötenlehrer zusammen gehen solltest. So hat immer auch jemand einen Blick von außen auf dich und deinen Klang. Dieses zweite Paar Ohren und Augen ist ein riesiger Vorteil und hilft so viel schneller die richtigen Veränderungen zu erreichen.

Lockerungsübungen vor jedem Spielen

Ich habe für meine Schüler gerade einen kleinen Überblick über die wichtigsten Lockerungsübungen zusammen gestellt. Du findest die Datei als Download zur in meiner Freebie-Bibliothek. Praktischerweise passen zwei Überblicke auf eine DinA4-Seite, so hast du einen für deinen eigenen Notenständer und kannst einen an einen lieben Flötenfreund verschenken 😉


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